Nr. 29b, 1885: Der Hit sind hier (vor dem linken Bordstein) die Schienen der Pferdebahn, welche zwischen

1881 und 1886 auch ein Gleis durch die Koßfelderstraße zum Hafen hin hatte (nach Grabowski / Enenkel).

Gerberbruch, Liste 1885, Nr. 79: Rekordauflauf - es

sind ca. 65 Personen zu erkennen, die fast alle

  die Arbeit des Fotografen beobachten.

41 (--)

42 (41)

43 (42)

1

2

3

10

8

6

   7

1

3

4 / 5

Links im Bild sind die 3 letzten Häuser (41 - 43) des Gerberbruches zu sehen, dahinter folgen

der Graben Richtung Lohmühle und der Treppengiebel Oberhalb des Gerberbruchs Nr. 1. Die

Türöffnung in Nr. 41 dürfte der Anfang des damaligen Gerberganges sein, welcher wohl erst um

1901/02 zur Straße ausgebaut wurde. In dem Zusammenhang wurde die Nr. 41 abgerissen und

ab 1902 wird die 42 (Stadt Straßburg, das alte Gerberamtshaus, Gerberschütting) als Nr. 41 und

die 43 (hier mit Schild „Chr. Lemmerich, Lohgerber“) als Nr. 42 in den Adressbüchern geführt.

   Rechts zw. Oberh. des Gerberbruchs Nr. 10 und Gerberbruch Nr. 1 führt der Graben Richtung

Küterbruch weiter. Kartenausschnitt Saniter, bauliche Situation ca. 1872.

Fischerbruch, Liste 1885, Nr. 77, früheste Aufnahme der Straße. Raphael Peters stand

etwa beim „s“ von Fischer im Kartenausschnitt (Saniter, Anfang 1870er Jahre), nach

dem Schattenbild zu urteilen, vermutlich frühmorgens im Hochsommer aufgenommen.

Fotos vom Graben in der Straßenmitte (bei Tarnow noch vorhanden und ähnlich dem im

Gerberbruch) sind mir nicht bekannt, auch nicht das Jahr der Zuschüttung.

23

22

Die Aufnahme ist ein Sonderfall, weil Raph. Peters hier für das Cabinet-Format

nicht seinen typischen lindgrünen Karton verwendet hat. Eine Nr. ist nicht zu

erkennen, allein der Adresse nach stammt das Foto aus der Zeit 1885 - 1891.

Ein Vergleich mit den entsprechenden Adressbüchern steht noch aus.

15

16

17

18

20,

    21

22, 23

28

43

Fischbank, Liste 1885, Nr. 34. Hinter den Häusern Nr. 15 u. 30

verläuft die Grubenstraße - mit Schienen der Hafenbahn.

   Erst im kleinen Ausschnitt (ca. 1886 von der Nikolaik.) wird

sichtbar, was es mit dem Fachwerk links am oberen Bildrand auf

sich hat: Mittig auf dem First des Satteldaches der Fischbank

Nr. 17 („Stadt Hamburg“) thront ein kleines „Observatorium“.

Eine Mode des 19. Jhs.? Die Aussicht wird hervorragend

gewesen sein. Vielleicht gibt es noch den Bauantrag dazu.

   Adr.buch 1886: Nr. 15 A.F. Lorenz, 25 Aug. Sievers, Sattler,

26 Fr. Prüßing, Schneider, 28 Jacob Holtfoth, Bierhändler,

30 A. Hollandt, Löwenapotheke, 31 C. Grälert, Hotel „Zur

Kornbörse“, 32 Aug. Klemp, Consum-Geschäft, 33 H. Koppel,

Kaufmanns-Wwe.  // Raphael Peters steht vor der Nr. 34

   (Eckhaus zur Seidenstraße) bei dieser Spitzenleistung.

Ohne Nr., Vermerk Rückseite in alter Handschrift, vermutlich

von Raphael Peters: „Sommer 1886, Hafen m. d. alten

Steinbollwerk, schwedische Brigg ´John´“. ---

Nicht ganz unwichtig ist hier der Kran (beim hinteren Mast). Es ist z.Zt. nicht völlig klar, ob der Kran Ende 1885 oder

erst 1886/1887 abgerissen wurde. Der Beschluss zum

Abriss wurde lt. RZ in einer Sitzung des I. Quartiers

am 16.11.1885 gefasst. Die Nachricht über die

Ausführung muss noch gefunden werden.

Ohne Nr. in der Liste, vermutlich 1886 oder 1887. Um

1900 gab es diese Aufnahme vielfach als Ansichtskarte,

einschließlich einer Mondschein-Variante (1898).

1886 

Fischerhafen, Werft u. Winterlage

                          Sommer 1886

Rostocker Bark „Marie u. Käthe“,

Rostocker Brigg „Copernicus                <>

später wurde Copernicus als Schoner

getakelt nach Schweden verkauft

unter dem Namen „Deda“ -

                     P. (?, wie Peters ?)

Der vorangestellte Ausschnitt der Turmaussicht von Nikolai wurde einigermaßen passend zum 1886er Blick

von der Fischerbastion gewählt. Die sommerliche „Winterlage“ der Segler sieht verdächtig ähnlich aus. Die

von Ludwig Krause unter 51 als „Kiefernstämme für die Crotogino‘sche Sägerei“ bezeichneten Hölzer samt

dem Segler (ohne Takelage ?) finden sich im großen Bild ebenso wieder wie umgekehrt die beiden

Zweimaster in der Flussmitte (hier links) im kleinen Bild. Die Lage des Christinenhafens

im Ausschnitt links ist durch die Masten erkennbar. In den beiden 1885er Listen der

Motive ist die Turmaussicht noch nicht enthalten, so dass 1886 als frühestmögliches

Entstehungsjahr in Betracht kommt.    -    Unten ca. 44 ! Boote der „Straßenfischer“.

Höhe Badstüberstr. (zw. Fähre und Schuppen, schwimmend) ein unfertiger Neubau?

Die Dierkower Mühle sieht man klitzeklein vor dem 2. Mast links.

1893, Blick vom Parkplatz über den heute zugeschütteten Christinenhafen

in Richtung Fischerbastion (erkennbar an den Bäumen),

links vom Schornstein des Raddampfers „Warnow“ die Fischerstr. 27.

Mühlendamm, der scheinbar in Bau befindliche Schorstein (links der Mitte) ist im Vergleich zur vorigen Aufn. (1893, dort vor dem Dach der Nikolaikirche) keine Datierungshilfe, da er auf der

1898er Turmaussicht von der Marienkirche noch genauso aussieht.

5-teiliger Panoramablick (hier Teil 2 und 3) von der Nikolaikirche, 1886 (Hafensituation). Die Sicht umfasst

insgesamt den Bereich von „Bellevue“ im Süden über West bis Gerberbruch Nr. 5 im Osten, also ca. 270°.

Die Originale im Stadtarchiv (Cabinet-Format, hier Repro aus den ca. 1920er Jahren von Hans Schulz Nachf.) sind nach

dem verwendeten lindgrünen Karton zweifelsfrei Raphael Peters zuzuordnen, obwohl keinerlei sonstige Kennzeichen

vorliegen. Die Beschriftung mit roter Tinte (hier schwarz) stammt von Ludwig Krause und ist rückseitig erläutert.

Von dem Häusermeer auf beiden Fotos haben grob geschätzt nur 5 % die vergangenen 120 Jahre überdauert.

Die Wiedergabe der 5 im Besitz des Archivs befindlichen Originalabzüge einschl. der Erläuterungen folgt auf Seite PB.

1886

1886

13

14

15

16

23

28

26

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31

32

33

Ein kurios anmutender Dampfsegler

Lesbar ist „Adolph Keibel´s Wwe.“ in Nr. 32 links.

Aufnahme kann demnach von 1891 - 1893 sein.

Lesbar ist „Adolph Keibel´s Wwe.“ in Nr. 32 links,

zusammen mit „Wilhelm C. Schröder“ rechts.

1891 / 1892, kurze Schatten (Hochsommer),

5 Min. später als oben in einem anderen Monat.

Während der Bauzeit des Ständehauses 1889 - 1893,

die Bretterkonstruktion mit Dach und Rauchabzug

dürfte zur Baustelleneinrichtung gehören.

Ganz links dunkles Schild der Färberei Spindler.

Liste 1885, Nr. 28., Neuer Markt 34, Lorenz Abb. 145.

Im Eingang läuft gerade eine rückwärts blickende Frau durchs Bild.

Krankenhaus am Schröderplatz von der Dreiwallbastion.

Links im Hintergrund erkennt man die wenigstens rohbaufertige

Frauenklinik (spätestens Winter 1886 / 1887) und der Wallgraben

unten rechts, durch den 1888 die Hafenbahn verlegt wurde, führt

noch Wasser, wie es aussieht. Ausgeblichene Aufnahme.

Am Hang der Teufelskuhle,

kleines Meisterwerk um 1890.

Etwas wunderlich ist die aktuelle Numerierung (von rechts beginnend) auf der Grenze

zwischen Gerberbruch (G) und Oberhalb des Gerberbruchs (OdG): G 3 alt = G 3 neu,

G 1/2 = G 6/7, OdG 10 = G ? 8, OdG 9(verdeckt) = OdG 9, OdG 8 = OdG 8.

Absoluter Höhepunkt für Rätselfreunde ist allerdings einige Straßen weiter der ahistorische Salat

der Straßennamen rund um die Viergelindenbrücke: Bahnhofsstraße und Große Wasserstraße grenzen direkt aneinander (grober Unfug), die tote Viergelindenbrücke (ex V. 1, V. 2 = Parkplatz)

lebt als Erbe des Herrenstalls (Häuserzeile Kuhtor bis Beginenberg, jetzt auch noch mit einem

Haus vom Glockengießerhof / Garageneinfahrt dazwischen) weiter, die zerbombte Grubenstr. 1

(nahe Neue Wallstr.) ist als „Untermieter“ in die Gr. Wasserstr. 30 gezogen und der Neuling

Bürgermeistergarten ohne Gebäude dient wohl als reine Navi-Hilfe für die rückseitige Zufahrt

der E.-Barlach-Straße 1-6. Die Schilder als Dokument vollendeter Beliebigkeit.

Im Vordergrund der kleine Schnickmannshafen, dahinter Fähranleger

und Schnickmannsbrücke mit 2 Seglern. In den Rahen des Großmastes

der hinten liegenden Bark sieht man 2 Matrosen in „luftiger Höhe“ bei

der Arbeit. Übrigens warnt der norwegische Ausdruck „enkelte luftige partier“ (= einzelne luftige Abschnitte) bei Wanderwegen im gleichen

Sinne vor Stellen, die Schwindelfreiheit voraussetzen.

Schöne Überraschung vom Tag des offenen Denkmals

am 12.09.2010: Ausgestellt waren im Michaeliskloster

(Sondersammlung der Unibibliothek) dieses Foto

(Hopfenmarkt 18-21 = Kröp. Str. 72-75) und eine

gleichartige Originalaufnahme der Diele des Hauses

Hopfenmarkt 20 - Fotograf: Raphael Peters !!

In der Bgl. Baukunst von Lorenz sind es die Abb. 68

und 172 mit unbekannter Herkunft. Diese Vorlage

hier (ca. 18 x 24 cm) ließ bisher nach den beiden

Prägestempeln unten links vermuten, dass Eggers

eine Aufnahme von Rudolf Spach kopiert hat.

Denkste !: Spach hat schon kopiert - ist auch

schlüssig, weil Spach von 1900 - 1943 als

Fotograf verzeichnet ist und der Zeitpunkt

der Aufnahme noch in den 1890ern liegt.